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Entrepreneurship Talent Academy übertraf die Erwartungen der Jugendlichen

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25.01.2023

Manchmal gibt es Tage an denen passt alles zusammen: die Location, die Teilnehmer, die Referenten, die Inhalte, die Stimmung, um es kurz zu sagen, einfach alles. Und solche Tage an denen die „Vibes“ gut waren, wo man neue Bekanntschaften, vielleicht fürs Leben, geschlossen hat und viele wertvolle Ratschläge bekommen und Erfahrung gemacht hat, vergisst man nicht so schnell.

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Es sind diese Veranstaltungen, an die man sich mit einem Lächeln erinnert, die viele bunte Bilder im Kopf hinterlassen und von denen man sich spontan mehr wünscht. Wenn junge Menschen solch eine Veranstaltung dann zusammenfassend als „mega“ bezeichnen, dann hat man so gut wie alles richtig gemacht.
 
Und das war sie, die Entrepreneur Talent Academy (ETA) in Stuttgart, veranstaltet und gefördert von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH und der Karl Schlecht Stiftung (KSG). Die beiden Stiftungen arbeiten schon mehrere Jahre erfolgreich im Schülerstipendienprogramm Studienkompass zusammen, aus dem jetzt die ETA hervorgegangen ist. Die Jugendherberge Stuttgart International in der Haußmannstraße war an diesem Wochenende nicht die einzige positive Überraschung, die die jungen Teilnehmer der ersten Auftaktveranstaltung der ETA erwartete. Genauso grandios wie der Ausblick über Stuttgart, der sich ihnen aus den Seminarräumen bot, war die gesamte Veranstaltung, so die mehrheitliche Meinung der Teilnehmer am Ende des Seminars. 

Insgesamt hatten sich 200 Schüler und Schülerinnen auf die 75 Stipendien für die drei Standorte beworben. Davon haben sich 25 Teilnehmende zwischen 16 und 19 Jahren für Stuttgart qualifiziert. Ihr gemeinsames Interesse:

  • Passt Unternehmertum zu mir?
  • Und wie werde ich Gründer?
  • Was brauche ich, um in die Selbstständigkeit zu gehen?

Unterschiedlich weit waren sie in ihren Erfahrungen, die sie zu diesem Thema mitbrachten. Während die einen bereits ein Buch veröffentlicht oder eine Cocktailmaschine entworfen hatten, machten andere die erste Berührung mit dem Thema.

Yanic, 16 Jahre aus Kuchen, betreibt bereits ein Synchronstudio für Animes und Filme aus Japan. Dafür hat er vom japanischen Mangaverlag Shueisha Lizenzen für die Synchronisation der Stimmen erworben.

„Ich kann mir aber auch vieles im IT-Bereich vorstellen“, ergänzt er und beschreibt eine weitere Idee zu einem Add-On, welches mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, Verfasser von verbotenen Inhalten filtern und überführen soll.  

Es ging laut zu, lustig, impulsiv, kreativ, aber auch leise, nachdenklich und engagiert. Die Bandbreite der Gefühle ergab sich aus der Bandbreite der Veranstaltungspunkte, die gut gewichtet, dynamisch und abwechslungsreich waren. Nach der Begrüßung durch Dr. Ulrich Hinz führten Julia Floren und Natalie Ziegler von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH mit viel guter Laune durch die drei intensiven Tage des Kick-Offs. Auch sie spürten die gute Verbindung, die sich rasant über die Zeit zwischen den Teilnehmern entwickelte. Und sie waren erstaunt. Über die Reife vieler Teilnehmer, den Weitblick und ihrer konkreten Vorstellungen und Erfahrungen, die sie bereits mitbrachten. Nach dem dreitägigen Kick-Off geht es noch fünf Monate weiter mit Online-Kompetenztrainings oder Webtalks. Im Juni folgt die große Abschlussveranstaltung. Ein Wiedersehen in Stuttgart mit weiteren Teilnehmern von den Workshops aus Frankfurt und Dresden*. Dann wird es noch einmal bunt und fröhlich. Für die Teilnahme an der ETA erhalten alle als Anerkennung ein Zertifikat. 

Nicht zögern, einfach machen!

Viele der Schüler waren am Anfang der Veranstaltung zögerlich und zurückhaltend und erwarteten eine Art Unterricht wie in der Schule, frontal und autoritär. Was sie hier jedoch erleben durften, war eine Begegnung auf Augenhöhe. So bekamen sie beispielsweise viele persönliche Einblicke und Anekdoten von Dr. Philipp Bocks von der KSG und den eingeladenen Gründern, die am Samstagvormittag zu Gast waren.

Gespannt lauschten sie den Geschichten von Malte Bey und Christoph Klumb, die Moltea, ein Molkeprodukt mit Eistee-Geschmack entwickelt haben, der besonders bei älteren Menschen Verdauungsprobleme regulieren soll. Spannend und interessant für viele war auch Anton Herman, der mit seiner Agentur SpaceGoats Verkäufe bei Amazon in ganz Europa durch ein eigenes Amazon-Konto, Tools und Lieferketteninfrastruktur zur Verfügung stellt. Die wissenschaftliche Seite der Gründung vertrat Dr. Leif Brändle von der Universität Hohenheim.

Sein Tipp: Früh mit dem Testen des Produkts oder der entwickelten Idee beginnen und die Marktforschung nicht vergessen. Katrin Dzmiera hat eine Unternehmensberatung gegründet, um das Arbeitsleben in ein neues Level zu heben, welches Beruf und Privates besser aufeinander abstimmen soll. Auch hierzu hatten die Schüler bereits Fragen wie z.B.: Wie findet man gute Arbeitskräfte? Der Tipp, den alle Gründer hatten, lässt sich mit zwei Wörtern zusammenfassen: einfach machen!

„Erst reden, dann denken!“

Ein weiterer Höhepunkt für alle Teilnehmer war das Spiel Moonshot. Nicht nur, weil der Gründer und Entwickler, Till Hasbach, selbst als Coach anwesend war. Das Spiel ist eine Art Kreativgenerator von Teams und Wörtern, welches als Ziel die Erschaffung einer Geschäftsidee aus zwei gewählten Zufallsbegriffen hat. Diese wurden zuvor an einer Drehscheibe generiert und von zufällig gewählten Zweierteams, bis zur fertigen Geschäftsidee bearbeitet. Das Ganze erfolgt in einem rasanten Tempo mit ungewöhnlichen Spieleinlagen. Ein Tipp von Till Hasbach lautete daher, „erst reden, dann denken“. Denn zum Denken blieb in der Regel kaum Zeit. Beschreibe die Inschrift deines Grabsteins in 30 Sekunden oder überzeuge mit deiner Geschäftsidee bei einem Kopfstand, stellte den einen oder anderen vor einer Herausforderung. Kehre deine Argumente ins Gegenteil, übersetze das Gesagte deines Gegenübers in ein Tiergeräusch oder zerreiße die Karte in Konfetti-Stücke, das kommt an! Das Prinzip Fairness bei der Punktevergabe, konnte hier bestens geübt werden. Denn die Zweierteams mussten sich gegenseitig bewerten, je nachdem wie gut sie die Aufgaben lösten. Am Ende gab es drei Siegerteams und viel Spaß für alle. So viel, dass der Teilnehmer Niklas es gerne nochmal gespielt hätte.

Der Sonntag ging noch einmal kreativ, aber auch ernsthafter zu. „Light my fire – Mein Blick in die Zukunft“ beschäftigte sich mit den Wünschen und Vorstellungen für das eigene, zukünftige Leben. Ein persönliches Coaching, intim und wertvoll. Reflektion und Weitsicht, eine Mischung, die viel mit persönlichen Wünschen aber auch Sorgen und Ängsten zu tun hat.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die jungen Teilnehmer zu Regisseuren. Sie drehen ihre eigenen Werbevideos zu Ihrer Geschäftsidee aus dem Spiel Moonshot. Und genau so, wie in drei Stunden vielversprechende Geschäftsideen mit Namen wie „BeeTwin“, „Magni-Lens“ oder „Homeless to Happyness“ aus dem Nichts entstanden sind, genauso floss die Kreativität dieser vielen, talentierten jungen Teilnehmer in witzige und vielversprechende Werbevideos. Denn auch das, hat der eine oder andere in diesen drei Tagen an sich erst entdeckt und auf ein Post-It bei der Abfrage, was positiv zurückbleibt, geschrieben: „Ich bin kreativer als gedacht!“

*Die Auftaktveranstaltungen der ETA in Dresden und Frankfurt finden Ende Januar und Anfang Februar statt.

Dr. Sofia Delgado für die KSG.
Bilder: Stiftung der Deutschen Wirtschaft