Vom 8. bis 12. März 2026 fand in Lutherstadt Wittenberg die diesjährige Spring School der Doctoral Academy statt. Die Doctoral Academy Business and Leadership Ethics ist ein interdisziplinäres Förderprogramm für Promovierende, die zu ethischen Fragen in Wirtschaft, Führung und Unternehmensverantwortung forschen.
Unter dem Titel „Experimental Research on Moral Judgement and (Un)Ethical Behaviour“ kamen 20 internationale Promovierende zusammen, um sich intensiv mit experimentellen Methoden in der Forschung zu moralischem Verhalten und Wirtschafts- und Unternehmensethik auseinanderzusetzen.
Angesichts globaler Krisen – von geopolitischen Spannungen bis zu technologischen Umbrüchen – wächst der Bedarf an wissenschaftlich fundierten, praxisrelevanten Antworten auf komplexe Dilemmata unternehmerischen Handelns.
Die interdisziplinären Teilnehmenden kamen von insgesamt 20 internationalen Universitäten in Europa und darüber hinaus, darunter etwa die Erasmus University Rotterdam, Aarhus University, University of Michigan, ESSEC Business School, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Innsbruck Universität. Neben Deutschland waren Teilnehmende aus 12 weiteren Nationen dabei (China, Kolumbien, Perú, Italien, Lettland, Marokko, Polen, Spanien, Türkei, USA und Vietnam).
© Bild: WZGEDie Spring School vermittelte Grundlagen experimenteller Forschung im Kontext normativer Fragestellungen. Den Auftakt bildete eine Einführung von Prof. Philipp Schreck (Universität Halle-Wittenberg), gefolgt von Prof. Agne Kajackaite (Universität Mailand) mit der Frage, welche Rolle empirische Forschung für normative Theorien der Wirtschaftsethik spielt. Ein interdisziplinärer Roundtable mit Prof. Agne Kajackaite, Prof. Philipp Schreck, Prof. Marco Meyer und Prof. Jana Friedrichsen beleuchtete zudem Gemeinsamkeiten und Unterschiede experimenteller Designs in verschiedenen Disziplinen.
Prof. Andreas Ostermaier (Universität Kiel) zeigte, wie geeignete Forschungsfragen für verhaltenswissenschaftliche Untersuchungen identifiziert werden können und wann experimentelle Methoden besonders sinnvoll sind. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der praktischen Umsetzung experimenteller Studien. In der Session erklärte Prof. Gari Walkowitz (TU Bergakademie Freiberg), wie sich Forschungsfragen in ein überzeugendes experimentelles Design übersetzen lassen. Aufbauend darauf diskutierten die Teilnehmenden in interaktiven Workshops ihre eigenen Studienideen und entwickelten diese gemeinsam weiter. Prof. Fabio Galeotti (CNRS) widmete sich schließlich der Frage, wie empirische Daten analysiert und Forschungsergebnisse verständlich kommuniziert werden können.
Neben den methodischen Inhalten bot das Programm auch Einblicke in Kommunikation von Forschungsergebnissen über Academia hinaus. In der interaktiven Session mit Dr. Mengchen Dong (Max-Planck-Institut) lernten die Teilnehmenden, wie Studien mit verhaltenswissenschaftlichen Methoden außerhalb der akademischen Welt gepitched werden können.
It was a great experience and an excellent way to connect with colleagues in other fields and stages of the research career.
Teilnehmender Spring School 2026
Wie bei allen Veranstaltungen der Doctoral Academy spielte auch der informelle Austausch eine zentrale Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten, Kaffeepausen sowie eine Stadtführung durch Lutherstadt Wittenberg boten Raum für Vernetzung und Diskussion.
Durch Vernetzungsformate, Peer-Feedback und Impulse aus Wissenschaft und Wirtschaft stärkt das Programm nicht nur die individuelle Forschungskompetenz, sondern auch die Fähigkeit zur reflektierten Entscheidungsfindung. Langfristig zielt die Academy darauf ab, eine neue Generation verantwortungsvoller Führungskräfte auszubilden – in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
Kommende Veranstaltungen
- 30. August – 03. September 2026 – Summer School (Normative Arguments & Practical Implications)
- 06. – 10. Dezember 2026 – Writing Retreat
- 14. – 18. Februar 2027 – Spring School (Experimental Research)
- 11. – 15. April 2027 – Writing Retreat