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techucate - das neue Leuchtturmprojekt der KSG

16.12.2025

techucate so heißt das neue Leuchtturmprojekt der KSG im Bereich technische Bildung. Hinter dem Namen – einer Symbiose aus Technik & Education – steht ein umfangreiches Konzept, das mit drei Programmbereichen verschiedene Zielgruppen im Visier hat.

 Entwickelt haben es Martin Bergmann, Referent Technik, und Frank Henssler, Senior-Referent Bildung bei der KSG. Martin Bergmann ist auch der maßgebliche Umsetzer bei der Realisierung des ambitionierten Konzeptes. Am KSG-Forum im Oktober feierte die Idee zu techucate Premiere. (Link Video) Doch der Bereich Technik ist für die KSG kein gänzlich neues Feld, bedenkt man, dass Karl Schlecht Maschinenbauer und Erfinder der Verputzmaschine ist und eines der ersten Förderprojekte er Stiftung sich schon vor über 20 Jahren mit Windenergie beschäftigt hat. Die Fokussierung auf den Bereich technische Bildung im schulischen Bereich ist allerdings neu. Im Gespräch hat uns Martin Bergman verraten, wie es dazu kam.

Karl Schlecht Stiftung (KSG): Martin, Du bist seit Mai in der Stiftung. Wie kam es dazu? (Welche Ideen gingen dem Voraus)

Martin Bergmann (MB): Die KSG und ich haben schon seit geraumer Zeit Berührungspunkte. Zum einen habe ich während meiner Anstellung an der HSPF mit dem HEED, einem von der KSG geförderten Institut zusammengearbeitet. Zum anderen habe ich als Leiter des Makerspace an der HSPF bereits viel Erfahrung in der Arbeit mit Studierenden und Schülern gesammelt.  Der Kontakt zur Stiftung ist also schon fast „alt“. Als Herr Bocks und Frank Henssler mit der Idee auf mich zu kamen, hier mitzuwirken, hat mich das sofort angesprochen.

KSG: Was an der Idee den Bereich Technische Bildung mit Fokus auf Schüler und Lehrkräfte aufzubauen hat Dich fasziniert?

MB: Ansatzpunkt für die Projektentwicklung waren einige Passagen aus dem Strategiepapier für digitale Bildung der KM-Konferenz. Hier ging es um eine „Zukunftsorientierte Lernkultur… die gesellschaftliche Kreativstrukturen aufgreifen soll”. Auch ergibt das „Lehren und Lernen in der digitalen Welt erweiterte Möglichkeiten für kreative und produktorientierte Aufgaben in allen Schulstufen“. Als studierter Maschinenbauer und Industriedesigner komme ich aus dem TUN. Zuvor habe ich an einem mobilen Fahrzeugkonzept für das Landesmedienzentrum mitentwickelt und gestalterisch begleitet. Die Möglichkeit ein solches Projekt für die KSG „from scratch“  in verschiedenen Dimensionen zu denken und umzusetzen war für mich einfach verlockend, weil es einen echten Mehrwert für alle bietet. Und wir können damit dazu beitragen, die Faszination für Technik und Erfindergeist in Deutschland wieder zu wecken.

Die Möglichkeit ein solches Projekt für die KSG „from scratch“  in verschiedenen Dimensionen zu denken und umzusetzen war für mich einfach verlockend, weil es einen echten Mehrwert für alle bietet.

Martin Bergmann

KSG: Was ist das Ziel?

MB: Mit techucate wollen wir eine Brücke schlagen. In einer ersten Umfrage an Schulen in Baden-Württemberg hat sich auch gezeigt, dass die Potentiale für die Technische Unterstützung bei der technischen Bildung und einem Makerspace riesig sind. 87% sehen dadurch kreatives und autonomes Lernen gefördert und 76% eine verbesserte Motivation der Schülerschaft.  61% der Schulen wollen gerne außerschulisch kooperieren und 64% wünschen sich einfach Unterstützung bei der technischen Ausstattung. Darüber hinaus geht es der KSG auch um Persönlichkeitsentwicklung und die Vermittlung von Zukunftskompetenzen. Techucate kann all das liefern!

KSG: Am Forum hast Du das Konzept von techucate mit den Bereichen Impuls – Flux  -  Hub schon vorgestellt. In drei kurzen Sätzen: was zeichnet die Projektbestandteile aus?

MB: IMPULS – ist ein mobiles Konzept, das mit einem Fahrzeug , ausgestattet mit verschiedenen Werkstattmodulen und Workshopideen zu den Schulen kommt und niedrigschwellig Technik erlebbar macht.

FLUX – ist ein offenes Werkstattkonzept, das mit einem stationären Angebot in Möhringen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften die Möglichkeit bieten wird, ihre Ideen auch umzusetzen

HUB – das Hub nimmt die Lehrkräfte ins Visier und wird Weiterbildung und Vernetzung bieten.

KSG: Welche Herausforderungen hattest Du bei der Konzeptentwicklung zu meistern?

MB: Es war sehr spannend die Potenziale der verschiedenen Zielgruppen und auch Standorte zu bewerten. Am Anfang galt es erstmal herauszufinden, wo wir den größten Hebel haben und welcher Zielgruppe wir mit welchem Angebot am besten dienen können. Parallel drei Ansätze zu verfolgen war ursprünglich gar nicht gedacht. Das hat sich dann ganz synergetisch so entwickelt. Der Austausch mit ganz vielen Projektpartnern hat mir hier sehr sehr viel geholfen. Herzlichen Dank z.B. an die Future Labs, das Z-Lab, die Schülerlabore, Tinker Tank und auch an das Landesmedienzentrum sowie das ZSL.

KSG: Unser Stifter Karl Schlecht sprach immer von der „Liebe zum Tun“. Wo stehst Du gerade im TUN?

MB: Oh, gerade bin ich intensiv mit der Auswahl der Ausstattung unseres ersten Fahrzeuges und seiner Außengestaltung beschäftigt. Hinzu kommt Entwurf und Planung für das ‘Flux’. Die Räumlichkeiten müssen nämlich noch umgebaut werden und dafür bedarf es allerhand an Vorbereitung. Makerspace in the Making sozusagen. Daneben gilt es natürlich auch an die Webpräsenz zu denken. Und – am wichtigsten – ist schon jetzt der Aufbau unseres Schulnetzwerks. Hier sind wir schon im Kontakt mit tollen Schulen, die unsere Workshops in der Testphase mit begleiten werden.

„Mit techucate wollen wir eine Brücke schlagen. In einer ersten Umfrage an Schulen in Baden-Württemberg hat sich auch gezeigt, dass die Potentiale für die Technische Unterstützung bei der technischen Bildung und einem Makerspace riesig sind.“

Martin Bergmann

KSG: Wann wird es das erste Fahrzeug voraussichtlich zum „Anfassen“ geben und wann startet techucate mit den ersten Workshops?

MB: Wenn alles gut geht, dann wird das Fahrzeug im Frühjahr 2026 fertig ausgestattet sein. Und die ersten Workshops vor Ort werden wir dann wahrscheinlich schon ab Mai 2026 machen können.

Wow! Wir wünschen Dir gutes Gelingen bei der Umsetzung und werden weiter berichten!