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Förderbereich Ethik - Humanistische Werte im Fokus

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© J. Werner/ KSG
01.10.2026

Wie die KSG den Bereich ethische Bildung fördert: Erich Fromm spielte im Leben des Stiftungsgründers Karl Schlecht eine große Rolle. Seine humanistische Ethik verbindet Psychologie, Philosophie, Gesellschaftskritik und die Frage, wie Menschen verantwortungsvoll und menschlich zusammenleben können. 

Für Erich Fromm wie auch für den Stifter ging es darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihre Fähigkeiten entfalten und zugleich Verantwortung für andere übernehmen können.

Das Menschliche im Kern und im Wesen zu erfassen, ist daher eine der Aufgaben des Förderbereichs Ethik innerhalb der Stiftung. Ethische Wertebildung im Sinne eines zeitgemäßen Humanismus ist eine Grundvoraussetzung, um als Erwachsener werteorientiert zu handeln und verantwortungsbewusste Entscheidungen im Wirtschaftsleben zu treffen.

Prof. Dr. Dres. h.c. Klaus Leisinger, Kuratoriumsvorsitzender der KSG und Dr. Jonathan Keir anläßlich der Erich Fromm Preisverleihung 2026 \ © Bild: KSG

Die Projekte der Stiftung schlagen dabei einen weiten Bogen: von philosophischen Gesprächsformaten mit Kindern über wirtschaftsethische Fragestellungen bis hin zu Leadership-Programmen für Erwachsene. Gefördert wird ein breites Spektrum unterschiedlicher Initiativen, die jeweils auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen zugeschnitten sind.

Verantwortlich für diesen Bereich ist Dr. Jonathan Keir, Referent für ethische Bildung bei der Stiftung. Als Kosmopolit, der bereits in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet hat, betrachtet er ethische Bildung als verbindendes Element zwischen Kulturen, gesellschaftlichen Gruppen und Generationen, aber vor allem als persönliche Besinnung. In seiner Funktion als Referent begleitet er mehr als 20 sehr unterschiedliche Ethik-Projekte für Studierende und Young Professionals, welche die KSG aktuell fördert. Gemeinsam ist ihnen der Anspruch, Räume für Denken, Diskussion und Perspektivwechsel zu schaffen.

Dieser Respekt vor dem Einzelnen ist der Kern jedes Humanismus, der Ethik als Raum der individuellen Freiheit versteht.

Dr. Jonathan Keir
Referent Ethik

Dr. Jonathan Keir im Gespräch mit Prof. Manuel Hartung , Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG Bucerius
© Bild: Davis Aussenhofer
Bucerius Summer School 2026
© Bild: David Aussenhofer/ ZEIT STIFTUNG Bucerius
Junges FührungsKolleg - Thales Akademie
© Bild: Thales Akademie
Junges FührungsKolleg - Thales Akademie
© Bild: Thales Akademie

„Über einzelne Menschen hinaus gibt es natürlich massive kollektive Herausforderungen mit großen ethischen Dimensionen (KI-Governance, Klimapolitik, zusammenbrechendes UN-System usw.), die interkulturellen Dialog und globale Lösungen dringend brauchen. Solch kollektive Themen werden im gemeinnützigen Stiftungssektor eher als förderwürdig wahrgenommen," sagt Dr. Jonathan Keir, der selbst  Philosophie und Weltliteratur am Weltethos-Institut in Tübingen lehrt und auch am World Ethics Institut Beijing (WEIB) an der Peking-Universität tätig war. „Die Würde und Freiheit des einzelnen Menschen sollen aber auf keinen Fall instrumentalisiert werden, nicht einmal für solch würdige Zwecke. Dieser Respekt vor dem Einzelnen ist der Kern jedes Humanismus, der Ethik als Raum der individuellen Freiheit versteht. Ohne diese Freiheit ist jede ‘Verantwortung’ Zwang“, so Keir.

© Bild: Berliner Denkspielplätze

Vielfalt im Denken und Handeln, aber ethisch

Da ethische Bildung nicht früh genug anfangen kann, fördert die Stiftung bereits Projekte im Kindesalter. Die Ethik-Projekte im schulischen Kontext für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte verantwortet Senior-Referent Frank Henssler. ‚Berliner Denkspielplätze‘ ist beispielsweise eines der Projekte, dass sich an die Jüngsten richtet. Hier kommen bereits Grundschulkinder früh mit philosophischen Fragen in Kontakt. Spielerisch lernen sie, zuzuhören, Argumente abzuwägen und eigene Gedanken zu formulieren. Ziel ist nicht das Vermitteln richtiger Antworten, sondern die Förderung von Reflexion, Empathie und Dialogfähigkeit.

Andere Projekte richten sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene. Im Fokus stehen Fragen wie:

  • Was bedeutet verantwortliches Handeln?
  • Welche Verantwortung tragen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft?
  • Und wie lassen sich ethische Maßstäbe in einer zunehmend komplexen Welt bewahren?
© Bild: Felix Müller / WEIT

Langfristiges Engagement im Weltethos-Institut

Ein besonderer Schwerpunkt innerhalb des Förderbereichs liegt auf der langjährigen Unterstützung des Weltethos-Instituts, das auf Initiative des Stifters Karl Schlecht als An-Institut an der Universität Tübingen gegründet wurde. Bereits seit über einem Jahrzehnt begleitet die Karl Schlecht Stiftung dessen Arbeit kontinuierlich und nachhaltig und fördert das Institut auf eine Dauer von 30 Jahren.

Prof. Dr. Nils Goldchmidt, Direktor des WEIT \ © Bild: Philip Sigle /WEIT

Das Institut beschäftigt sich mit wirtschafts- und gesellschaftsethischen Fragestellungen und entwickelt Formate, die ethische Reflexion mit praktischem Handeln verbinden. Damit gehört die Förderung des Weltethos-Instituts zu den traditionsreichsten Engagements innerhalb der Stiftung. Zugleich zeigt sich hier exemplarisch der langfristige Ansatz der KSG: Ethische Bildung soll nicht punktuell wirken, sondern dauerhaft Strukturen schaffen, die individuelle Verantwortung im Zeitalter der Globalisierung stärken.

Bucerius SummerSchool 2026 \ © Bild: David Aussenhofer

Dialogformate für unterschiedliche Zielgruppen

Während Formate wie die Berliner Denkspielplätze die Kinder an philosophisches Denken heranführen, richten sich Programme wie die Bucerius Summer School (BSS) oder das Junge Führungs Kolleg der Thales Akademie an Erwachsene, junge Führungskräfte und Promovierende. Gerade die Thales Akademie verbindet philosophische Reflexion mit aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen. In Dialogformaten diskutieren Teilnehmende über Verantwortung, Werte und Orientierung in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche.

Eine gewisse Exklusivität unter den ethischen Förderprojekten kommt der BSS zu. Die Teilnehmer der Summer School, junge Führungskräfte aus allen Bereichen, kommen aus der ganzen Welt und können sich nur auf Nominierung bewerben. Workshops, Planspiele aber auch der offene Meinungsaustausch sollen die Leader-Skills der Teilnehmer befördern. (Siehe auch News zur BSS 2026).

Ein weiteres Projekt im Förderbereich Ethik der Karl Schlecht Stiftung ist „Denkwürdig!” des Philosophischen Seminars in Stuttgart. Das Programm richtet sich an Auszubildende und Studierende und fördert die vertiefte Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen zu Wahrheit, Freiheit, Technik, Geschichte und Verantwortung. Ziel ist es, ethische Orientierung, kritisches Denken und Persönlichkeitsbildung über die Grenzen des Fachstudiums hinaus zu stärken. Ganz im Sinne von „Good Leadership“, einem zentralen Anliegen der Karl Schlecht Stiftung. Die nächste Ausschreibungsrunde für Denkwürdig startet in Kürze (der nächste Inforabend ist am 11.10.2026, hier mehr erfahren)

Ethik trifft Schule

Andere Projekte wiederum richten den Blick auf Schülerinnen und Schüler. Initiativen aus dem Bereich der Wirtschaftsbildung setzen sich beispielsweise mit der Frage auseinander, was verantwortliches wirtschaftliches Handeln bedeutet und welche Werte eine soziale Marktwirtschaft tragen sollten. An der Schnittstelle wo das Thema Schule und Ethik zusammentreffen, ist Frank Henssler, Referent Bildung, der richtige Ansprechpartner in der Stiftung. Dazu gehört zum Beispiel das Projekt Wirtschafts.Forscher!, welches zusammen mit der PwC-Stiftung gefördert wird.

Immer mehr gewinnt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Ethik auch bei Schülern an Bedeutung. Sie sind es, welche mit der neuen technologischen Entwicklung von Grund auf aufwachsen und sich den ethischen Fragen ebenso widmen müssen wie dem technischen Verständnis.

„Kompetenzen für die Zukunft wachsen vor allem dort, wo junge Menschen die Möglichkeit erhalten, selbstständig zu denken, Ideen weiterzuentwickeln und diese praktisch umzusetzen, nicht allein durch theoretisches Wissen,“ weiß Frank Henssler aus eigener Erfahrung als ehemaliger Fachlehrer für musisch-technische Fächer, aber auch in der täglichen Projektarbeit im Umgang mit Schülern und jungen Erwachsenen.

Wirtschafts.Forscher! beim Regio Summit 2026 \ © Bild: PwC-Stiftung

Ziel ist, die Förderung einer zeitgemäßen Haltung: Offenheit für Dialog, kritisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten.

Ethik als gesellschaftliche Zukunftsaufgabe

Gerade in gesellschaftlich polarisierten Zeiten gewinnen Räume für Reflexion und Austausch an Bedeutung. Der Förderbereich zeigt exemplarisch, wie breit die KSG ihre Verantwortung versteht: nicht allein als Förderung einzelner Projekte, sondern als Beitrag zu einer modern humanistisch geprägten Gesellschaft.

Mit ihrem Förderbereich Ethik verfolgt die Karl Schlecht Stiftung einen bewusst langfristigen Ansatz. Ziel ist nicht allein Wissensvermittlung, sondern die Förderung einer zeitgemäßen Haltung: Offenheit für Dialog, kritisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten. Die Projekte verbindet ein gemeinsames Leitbild und stellen den Menschen in seiner Würde, Freiheit und Verantwortung in den Mittelpunkt. Die Verantwortung der Stiftung selbst versteht sich dabei, einen Beitrag zu einer humanen, demokratischen und zukunftsfähigen Gesellschaft zu leisten.

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    © Annette Koroll

    „Ethische Wertebildung ist Voraussetzung, um sich
    in einer dynamischen Welt zurechtzufinden und die Zukunft aktiv mitgestalten zu können.“

    Dr. Katrin Schlecht
    Vorstandsvorsitzende Karl Schlecht Stiftung