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BEA: Wo aus Talenten Führungspersönlichkeiten werden

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© BEA
23.09.2026

Elite, das klingt nach Abgrenzung und Privilegien. Bei der Bayerischen EliteAkademie (BEA) ist damit etwas anderes gemeint: Verantwortung. Wer hier aufgenommen wird, soll nicht nur Karriere machen, sondern später gesellschaftlich etwas bewegen. Entsprechend anspruchsvoll ist der Weg in das Förderprogramm. 

Die erste Hürde 

Wer an der Bayerischen EliteAkademie teilnehmen möchte, muss zunächst mehrere Auswahlstufen durchlaufen. Den Anfang macht eine Bewerbung mit Lebenslauf und Essay. Wer diese erste Hürde schafft, trifft als nächstes in einem virtuellen Interview auf zwei Vertreterinnen oder Vertretern der BEA. Hier geht es darum in einem Gespräch herauszufinden, was die Motivation der Teilnahme ausmacht. Es folgen Online-Wochenenden mit Übungen, Gesprächen und weiteren Interviews. Dabei geht es nicht allein um akademische Leistungen. Die BEA möchte erfahren, was die Bewerber antreibt, wie sie denken, wie sie mit anderen Menschen umgehen und ob sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dabei machen die jungen Teilnehmer auch neue Erfahrungen und bekommen einen anderen Blickwinkel zu Themen. 

© Bild: Antonia Otto

„Eine meiner größten Erkenntnisse war, dass unterschiedliche Ansätze gleich gut funktionieren können, v.a. wenn es um Führung geht. Jede Person hat ihren eigenen Stil und dieser kann funktionieren, solange man dabei authentisch bliebt und auf andere eingeht. Gleichzeitig ist Führung auch eine Fähigkeit, die man lernen kann. Die unterschiedlichen Perspektiven in meinem Jahrgang haben mir geholfen zu reflektieren, welchen Blick ich eigentlich auf die Welt habe und wo ich noch wachsen kann“, reflektiert Antonia Otto, die 2024 die Akademie durchlaufen hat.   

Exzellentes Fachwissen allein macht noch keine gute Führungspersönlichkeit aus. Wer künftig Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen will, braucht Haltung, Weitblick und die Fähigkeit, Menschen für gemeinsame Ziele zu gewinnen. Das anspruchsvolle Auswahlverfahren soll deshalb junge Menschen identifizieren, die fachliche Kompetenz mit Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein verbinden. Wer das Auswahlverfahren erfolgreich absolviert, ist im erlesenen Kreis dabei.  Rund 35 Studierende werden pro Jahrgang aufgenommen. Die kleine Gruppengröße ermöglicht ein intensives und individuell zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm, welches insgesamt ca. 1,5 Jahre dauert. In dieser Zeit entstehen Netzwerke, die auch weit über die Ausbildungszeit hinaus anhalten.  

Die unterschiedlichen Perspektiven in meinem Jahrgang haben mir geholfen zu reflektieren, welchen Blick ich eigentlich auf die Welt habe und wo ich noch wachsen kann

Antonia Otto

"Zu Beginn meiner BEA-Zeit selbst war ich noch etwas skeptisch wegen des Wortes „Elite“ im Namen. Ich war unsicher, wie gut ich in den Jahrgang reinpassen würde. Meine anfängliche Skepsis hat sich aber schnell gelegt, nachdem ich alle besser kennengelernt hatte. Außerdem hatten wir einen Tag, bei der wir uns mit dem Elitebegriff allgemein und bei der BEA im Speziellen auseinandergesetzt haben. Diese Selbstreflexion hat mir gut gefallen“, erinnert sich Antonia Otto.   

Raus aus der Komfortzone 

Wer das Programm durchläuft, darf sich auf eine Ausbildung freuen, die weit über klassische Seminare hinausgeht. Die vier Präsenzbausteine führen die Studierenden in unterschiedliche Lebens- und Erfahrungswelten. Sie sollen Perspektiven wechseln, Grenzen austesten und lernen, vertraute Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Den Auftakt bildet eine dreieinhalbwöchige Präsenzphase. Vernetztes Denken, professionelles Präsentieren und die Stärkung der Gruppe stehen dabei ebenso auf dem Programm wie gemeinsame Aktivitäten. Für fünf Tage geht es beispielsweise in die Berge. Beim Wandern, in Seminaren und im persönlichen Austausch wächst die Gruppe zusammen. Gleichzeitig entsteht Raum, um Abstand vom gewohnten Studienalltag zu gewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln. 

Im zweiten Baustein steht die Persönlichkeitsbildung im Mittelpunkt. Auch hier setzt die BEA auf ungewöhnliche Erfahrungen. In einem Theaterworkshop tauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Kulturwelt ein. Beim Seminar „Dirigieren & Führen“ erleben sie Führung aus einer ungewohnten Perspektive: Ein Orchester lässt sich nicht allein durch Fachwissen führen. Es braucht Kommunikation, Aufmerksamkeit, Timing und die Fähigkeit, Menschen zu einer gemeinsamen Leistung zu bewegen. 

Indien, Afrika und die Welt jenseits Europas 

Der dritte Baustein führt die Studierenden ins Ausland. In der Vergangenheit ging es unter anderem nach Indien oder Afrika. Rund zwei Wochen lang lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein außereuropäisches Land aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Wirtschaft und Politik gehören ebenso dazu wie Kultur und Gesellschaft. Auf dem Programm stehen Besuche bei Start-ups, namhaften Unternehmen und kulturellen Einrichtungen. Die Studierenden begegnen Menschen vor Ort, erhalten Einblicke in wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen und erleben, wie unterschiedlich Perspektiven auf Themen wie Entwicklung, Wohlstand und Verantwortung sein können. 

Wirkung vor Karriere 

Seit nunmehr knapp 30 Jahren begleitet die BEA besonders engagierte Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen auf ihrem Weg zu verantwortungsbewussten Führungspersönlichkeiten. Circa 800 Alumnae und Alumni haben sie in dieser Zeit durchlaufen. Gegründet wurde die Bayerische EliteAkademie bereits 1998 von der Stiftung der Wirtschaft. Ziel war und ist es, herausragende Studierende bayerischer Hochschulen dabei zu unterstützen, Führungsverantwortung zu entwickeln und dabei gesellschaftliche Werte im Blick zu behalten. Seit 2018 unterstützt auch die Karl Schlecht Stiftung die Bayerische EliteAkademie. Ihr Engagement steht für eine Ausbildung, die unternehmerisches Denken mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. 

Der Leitgedanke des Programms lautet „Wirkung vor Karriere“. Elite wird dabei nicht als persönliche Bevorteilung verstanden. Vielmehr geht es um Verantwortungseliten: um Menschen, die ihre Fähigkeiten nicht ausschließlich für den eigenen beruflichen Erfolg einsetzen, sondern bereit sind, Verantwortung für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen. Grundlage dafür sind die Werte einer offenen Gesellschaft und ein ausgeprägtes ethisches Bewusstsein.  

© Bild: Linus Bonn

Die Auslandsreise ist damit weit mehr als ein Blick über den Tellerrand. Sie soll helfen, globale Zusammenhänge besser zu verstehen und die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Gerade für künftige Führungskräfte ist diese Fähigkeit entscheidend: Wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich zunehmend nicht mehr isoliert betrachten. Das stellen auch ehemalige Teilnehmer wie Linus Bonn fest. „Die BEA hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, immer wieder bewusst aus der eigenen Bubble herauszukommen. Wenn Menschen mit völlig unterschiedlichen fachlichen Hintergründen aufeinandertreffen, entstehen neue Perspektiven und beide Seiten können davon profitieren. Genau das möchte ich auch in Zukunft beibehalten. Ich bin überzeugt, dass aus solchen Begegnungen noch viele spannende Ideen, Kooperationen und Projekte entstehen können.“ 

„Die BEA hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, immer wieder bewusst aus der eigenen Bubble herauszukommen.“

Linus Bonn

Vom Perspektivwechsel zum großen Ganzen 

Im vierten und letzten Präsenzbaustein laufen die unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Was die Studierenden bis dahin gesehen, erlebt und gelernt haben, wird nun in einen größeren Zusammenhang gestellt. Circular Economy und Innovationsmanagement gehören ebenso dazu wie Transformation und die Frage, wie sich gesellschaftliche Veränderungen gestalten lassen. Dafür geht es auch an Orte, an denen wichtige politische Entscheidungen getroffen werden. Brüssel mit seinen europäischen Institutionen oder die NATO gehören zu den möglichen Stationen. Die Studierenden erhalten Einblicke in politische Entscheidungsprozesse und lernen Institutionen kennen, deren Entscheidungen weit über nationale Grenzen hinauswirken. 

Die Botschaft dahinter ist klar: Wer heute auf Verantwortung vorbereitet wird, könnte morgen selbst an wichtigen Schnittstellen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen. Die Ausbildung soll deshalb nicht auf eine bestimmte Karriere vorbereiten. Sie will vielmehr den Blick dafür schärfen, welche Herausforderungen künftige Führungspersönlichkeiten erwarten und welche Verantwortung damit verbunden ist. 

Führung beginnt mit Verantwortung 

Die Bayerische EliteAkademie versteht Führung damit nicht als reine Managementdisziplin. Fachwissen, wirtschaftliches Denken und strategische Kompetenz sind wichtige Grundlagen. Hinzukommen müssen jedoch Persönlichkeit, Reflexionsfähigkeit, interdisziplinäres Denken und ein Bewusstsein für die Folgen des eigenen Handelns. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Studierenden im Rahmen eines Festaktes in der Bayerischen Staatskanzlei in München ihr Abschlusszertifikat. Hinter ihnen liegt dann eine Ausbildung, die sie nicht nur fachlich weitergebracht hat. Sie haben neue Perspektiven kennengelernt, Grenzen überschritten, internationale Erfahrungen gesammelt und sich mit der Frage auseinandergesetzt, welche Art von Führung sie selbst künftig übernehmen wollen. 

Zahlreiche Absolventen hat die BEA motiviert eigene Unternehmen zu gründen, wie bspw. Dr. Philipp Kehrt, der als Co-Founder von Hypersonica im europäischen Verteidigungssektor aktiv ist. Andere Alumni machen heutzutage Karriere in der Lehre. Prof. Dr. Caroline Bock ist eine von ihnen. Sie ist mittlerweile Professorin für Gründungsmanagement an der TU Darmstadt. Auch Prof. Helmut Schönenberger, Teilnehmer des ersten Jahrgangs, ist dem Thema Gründung und Führung treu geblieben. Er ist einem breiten Fachpublikum bekannt als Gründer und CEO der UnternehmerTUM, dem größten Gründungszentrum Europas. 

Vielleicht liegt genau darin das besondere Verständnis von einer Elitevielfalt, das die BEA prägt: Nicht die Frage „Was kann ich erreichen?“ steht im Mittelpunkt, sondern „Was kann ich bewirken?“ 

Der Bewerbungszeitraum für den 29. Jahrgang der BEA startet am 1. Oktober 2026. Wer mehr zur BEA erfahren möchte, findet hier alles Wissenwertes zur Bewerbung: eliteakademie.de/bewerbung

Der Imagefilm der Stiftung Bayerische EliteAkademie (BEA) 

    Text: Dr. Sofia Delgado