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Unternehmertum mit 16: ETA-Stipendiatin entwickelt KI-gestützte Systeme für effizientere Abläufe

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01.09.2026

Für ihre Zukunft hat sie einen klaren Plan und an dessen Umsetzung arbeitet sie bereits. Während viele Jugendliche in ihrem Alter noch eine eher unklare Vorstellung von der Zeit nach der Schule haben, entwickelt die 16-jährige ETA-Stipendiatin Aida Valiyeva bereits KI-Lösungen für Unternehmen und arbeitet an eigenen technologischen Innovationen.

Die Teilnehmerin der Entrepreneurship Talent Academy (ETA) kombiniert ihre wissenschaftliche Neugier mit einer Portion unternehmerischem Denken und erschafft Neues damit. Ihr Hauptinteresse gilt der Frage, wie Künstliche Intelligenz Prozesse effizienter, nachhaltiger und menschenfreundlicher gestalten kann.

Im Interview mit uns spricht sie über ihre Motivation, die Faszination für KI, ethische Verantwortung und darüber, warum Unternehmertum und Jugend für sie keinen Widerspruch darstellen.

„Ich wollte bewusst in ein Umfeld eintauchen, in dem Menschen in meinem Alter dieselbe Begeisterung für Unternehmertum teilen.“

Aida Valiyeva, ETA-Stipendiatin

KSG: Was hat Dich bewogen, bei der ETA mitzumachen?

Aida Valiyeva (AV): „Ich wollte bewusst in ein Umfeld eintauchen, in dem Menschen in meinem Alter dieselbe Begeisterung für Unternehmertum teilen. Genau das bietet die ETA: über sechs Monate hinweg den direkten Austausch mit ganz unterschiedlichen Gründerinnen und Gründern, ergänzt durch interaktive Workshops. Für mich war das die Chance, meine Perspektive auf Entrepreneurship zu erweitern, mein Wissen zu vertiefen und gleichzeitig zu zeigen, wofür ich brenne.“

KSG: Du entwickelst bereits mit 16 Jahren KI-Lösungen für Unternehmen. Wie kam es dazu?

AV: Den Einstieg fand ich über ein internationales Forschungsprogramm namens AIDT (Artificial Intelligence for Digital Transformations) an der UFAZ. Dort habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich KI-Automatisierung effizienter in bestehende Geschäftsprozesse einbinden lässt. Aus dieser Forschung heraus habe ich ein eigenes System entwickelt und Schritt für Schritt weiterentwickelt. Die Theorie allein hat mir dabei nie gereicht; ich wollte verstehen, wie man Forschung in etwas Anwendbares übersetzt.

KSG: Welches Problem lösen Deine Anwendungen Happy Plant und die KI für Prozessoptimierung konkret? 

AV: Seit ich klein bin, begeistert es mich, Abläufe zu optimieren, sei es meinen Alltag, meine Routinen oder ganze Systeme. Genau dieser Gedanke steckt in beiden Anwendungen. HappyPlant löst ein kleines, aber sehr alltägliches Problem: Pflanzen werden schlicht vergessen zu gießen. Meine KI zur Prozessoptimierung setzt im geschäftlichen Kontext an; sie standardisiert und priorisiert Logs automatisch, sodass keine Aufgabe mehr abläuft oder untergeht. In beiden Fällen geht es mir um dasselbe: Menschen Zeit und mentale Last abzunehmen.

„KI ist ein Werkzeug; entscheidend bleibt die Hand, die es führt.“

Aida Valiyeva, ETA-Stipendiatin

KSG: Was hat Dich an Künstlicher Intelligenz von Anfang an fasziniert?

AV: Mich fasziniert die Geschwindigkeit, mit der sich KI entwickelt, wie schnell sie Zusammenhänge erfasst und wie selbstverständlich sie unseren Alltag bereits durchdringt. Vor allem aber interessiert mich, welchen Einfluss sie darauf hat, wie wir unsere Zukunft gestalten, und dass sie immer zwei Seiten hat, je nachdem, wie der Mensch sie einsetzt. KI ist ein Werkzeug; entscheidend bleibt die Hand, die es führt.

KSG: Wie reagiert Dein Umfeld darauf, dass Du bereits Unternehmerin bist?

AV: In meinem engsten Kreis erfahre ich viel Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden, besonders von denen, die selbst Interesse am Unternehmertum haben. Wenn ich von meinen Projekten erzähle, sind viele aber auch erstaunt, warum ich so früh anfange, und fragen, ob ich nicht lieber meine Jugend genießen wolle. Für mich ist genau das kein Widerspruch: Das, was ich tue, ist Teil dessen, wie ich meine Jugend genießen möchte.

KSG: Wo ziehst Du bei KI persönliche oder ethische Grenzen?

AV: „Meine Grenze ziehe ich bei der Entscheidungsfindung, also dort, wo man der KI blind vertrauen würde. KI bleibt ein Wahrscheinlichkeitssystem, trainiert auf Daten. Deshalb ist es mir wichtig, ihre Antworten nie ungeprüft zu übernehmen, sondern sie mit dem eigenen Verstand, Gewissen und ethischen Werten abzugleichen. Denn was uns Menschen von der KI unterscheidet und besonders macht, ist genau das: unser Gewissen und die Fähigkeit, ethisch zu handeln.“

KSG: Wie bringst Du Schule, Wettbewerbe und Unternehmertum unter einen Hut?

AV: „Das Wichtigste ist für mich die richtige Zeiteinteilung und klare Prioritäten, also eine systematische Routine, die individuell auf mich zugeschnitten ist. Genau dieses Prinzip wollen mein Partner und ich noch einen Schritt weiterdenken: Wir arbeiten aktuell an einer App namens „LiveNote", die genau diese Selbstorganisation übernimmt.“

„Die ETA hat mir gezeigt, wohin einen Neugier und der echte Wille, ein Problem zu lösen, tragen können.“

Aida Valiyeva, ETA-Stipendiatin

 KSG: Was nimmst Du insgesamt von der ETA mit? 

AV: Mein größtes Learning war, dass ich nicht allein bin. In meinem direkten Umfeld kannte ich kaum jemanden, der gründet oder sich mit Entrepreneurship beschäftigt. Bei der ETA bin ich auf so viele Gleichgesinnte getroffen: Menschen mit ähnlichen Zielen, ähnlichen Herausforderungen und derselben Begeisterung für Unternehmertum. Dieses Gefühl von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung war für mich unbezahlbar.

KSG: Was hat Dich auf der ETA am meisten inspiriert?

AV: Am meisten beeindruckt haben mich die Motivation und die Vielfalt der Möglichkeiten und wie weit man kommen kann, wenn man sein Ziel nicht aufgibt. Die ETA hat mir gezeigt, wohin einen Neugier und der echte Wille, ein Problem zu lösen, tragen können.

KSG: Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

AV: In fünf Jahren bin ich 21. Ich sehe mich als jemanden, der sein Studium abgeschlossen hat, wahrscheinlich Engineering an einer Ivy-League-Universität in den USA oder ein Studium in Asien, etwa in Singapur. Und ich sehe mich weiterhin an der Spitze meines Unternehmens, mit meiner klaren Vision, an deren Verwirklichung ich Tag für Tag arbeite.

KSG: Wir sagen herzlich Danke für das Interview und wünschen Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg!

Mehr über Aidas Arbeit erfährst du auf ihrer Website oder vernetze dich hier mit ihr auf LinkedIn

Der Bewerbungzeitraum für die nächste Entrepreneurship Talent Academy an den Standorten Stuttgart, Heilbronn, Rhein-Main und Sachsen läuft noch bis zum 27. September. 

Interview: Dr. Sofia Delgado