In unserer Reihe „3 Fragen an…“ sprechen wir mit Partnern und Persönlichkeiten aus unserem Stiftungsnetzwerk und geförderten Projekten über das Thema Good Leadership. Unsere drei Fragen richten wir heute an Rolf van Dick, Professor für Sozialpsychologie und Leiter der Abteilung Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt.
In unserer Reihe „3 Fragen an…“ sprechen wir mit Partnern und Persönlichkeiten aus unserem Stiftungsnetzwerk und geförderten Projekten über das Thema Good Leadership. Unsere drei Fragen richten wir heute an Rolf van Dick, Professor für Sozialpsychologie und Leiter der Abteilung Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt.
KSG: Herr Prof. van Dick, was bedeutet für Sie Good Leadership?
Rolf van Dick: Gute Führung ist für mich das Team (oder das Unternehmen, die Partei etc.), das man führt zu repräsentieren, seine Interessen zu vertreten, mitzuhelfen, ihm eine Identität zu geben und Strukturen und Gelegenheiten schaffen, diese Identität auch zu leben (durch gute Meetings, Rituale, Feiern o.ä.).
„Man ist 'einer von uns' – ein Mitglied des Teams, das man führt, und nicht jemand, der über den Dingen steht.“
Prof. Dr. Rolf van Dick
KSG: Wie äußert sich "Good Leadership" in Ihrem beruflichen Umfeld?
Rolf van Dick: In unserem Fachbereich und Institut sowie in meiner Abteilung repräsentieren wir "Führungskräfte" (z.B. ich als Prodekan des Fachbereichs oder Professor und damit Leiter der Abteilung) alle Mitglieder der jeweiligen Einheit. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen (und zum Beispiel nicht erster Klasse Bahnfahren, wenn die Mittel knapp sind), wir müssen uns für unsere Teams einsetzen (gegenüber dem Präsidium oder der Politik) und wir tun viel dafür, ein Gemeinschaftsgefühl lebendig zu halten (durch Sommerfeste, regelmäßige Retreats, Weihnachtsfeiern usw.)
KSG: Welche Eigenschaften oder Kompetenzen sind Ihrer Meinung nach heutzutage notwendig, um ein guter Leader zu sein?
Rolf van Dick: Meiner Meinung nach ist es das Wissen darum, dass man "einer von uns" ist, also ein Mitglied des Teams, das man führt und nicht jemand, der oder die über den Dingen steht. Man mag mehr Erfahrung haben oder besondere technische oder kommunikative Fähigkeiten, aber wenn man sich deshalb für etwas Besseres hält und die anderen nicht als Gleichberechtigte motiviert die gemeinsamen Ziele zu erreichen, dann gelingt Führung nicht (oder nur kurzfristig und auf Kosten anderer Dinge wie der Gesundheit).
Wir sagen Danke für das Interview.